Der Ruf des Cthulhu

Der Ruf des Cthulhu

 

Geschrieben: 1926. Erschienen 1928 im »Weird Tales Magazine«.

 

 

Bei der Sichtung des Nachlasses seines Großonkels stößt der Erzähler auf ein Bündel Dokumente mit dem Titel "Der Kult des Cthulhu". Bei den Papieren befindet sich ein Flachrelief aus Ton, ganz offensichtlich neueren Datums.

 

Anfänglich noch den Wahrheitsgehalt der Dokumente bezweifelnd, verstrickt sich der Erzähler immer tiefer in das Geheimnis um den Kult, um schließlich durch schieren Zufall auf die grauenvolle Geschichte eines norwegischen Seemanns zu stoßen, der im Südpazifik schreckliches erlebte.

 

 

I: Fiktive Personen:

 

 

George Gammell Angell: Geboren um 1834/35. Gestorben im Winter 1926/27. Wohnhaft: Williams Street, Providence. Emeritierter Professor für semitische Sprachen an der Brown Universität in Providence. Bis zu seinen Tode maßgebliche Autorität für alte Inschriften. Besaß zumindest grundlegende Kenntnisse um den Cthulhu-Mythos. Nachdem → H. A. Wilcox ihm am 01.03.1925 mit einem Flachrelief – darstellend den großen Cthulhu – aufsuchte, intensivierte Angell seine Suche nach Spuren des Kultes. Als er der Wahrheit zu nahe zu kommen drohte, wurde er von einem Cthulhulianer ermordet.

 

Henry Anthony Wilcox: Wohnhaft: 7 Thomas Street, Fleur-de-Lys Gebäude, Providence. Studierte an der Rhode Island School of Design Bildhauerei. Nach einem nachtmahrischen Fiebertraum fertigte er ein tönernes Flachrelief und brachte es zu → Prof. Angell, um etwas über dessen mögliche Bedeutung zu erfahren. In der Nacht zum 23.03.1925 erkrankte Wilcox an schwerem Fieber und wurde zur Behandlung in sein Elternhaus in der Waterman Street verbracht. Die Krankheit hielt bis zum 02. März des Jahres an, als sie gegen 15 Uhr plötzlich nachließ. Mit dem Verschwinden des Fiebers verschwanden auch alle Erinnerungen an die visionären Träume, die Wilcox während der Krankheit plagten.

 

John Raymond Legrasse: Wohnhaft: 121 Bienville Street, New Orleans. Inspektor der Polizei von Louisiana. Nach einem Hilfeersuchen leitete Legrasse am 01.11.1907 eine Razzia in den südlichen Sümpfen des Staates, wo er das verbrecherische Treiben einer bisher unbekannten Sekte unterband. Den religiösen Mittelpunkt des Kultes – eine kleine Götzenfigur aus Stein – brachte er zur Herkunftsbestimmung an die Tulane Universität in New Orleans. Da man ihm dort nicht weiterhelfen konnte, fuhr Legrasse 1908 nach St. Louis zum jährlichen Treffen der Amerikanisch-Archäologischen Gesellschaft, das er letztlich mit mehr Fragen als Antworten verließ.

 

Gustav Johanson: Wohnhaft: West-Street, Sydney, später dann Altstadt von Kristiana/Egeberg in Norwegen. Zweiter Maat auf der Emma. Überlebte als einziger die Begegnung mit den erwachten Cthulhu. Nach einer ausführlichen Anhörung durch die australische Admiralität, deren Protokoll im Sydney Bulletin abgedruckt wurde, kehrte Johanson vollkommen entlastet nach Kristiana zurück. Dort schrieb er seine Erlebnisse im südlichen Pazifik und auf R´Lyeh nieder. Wenig später starb Johanson wie auch schon → Prof. Angell durch die Hand eines oder mehrerer Kultisten.

 

William Channing Webb: Professor für Anthropologie an der Universität Princetown, New Jersey. Leitete 1860 eine Expedition nach Island und Grönland. An der Küste Westgrönlands stieß Webb auf einen degenerierten und gemiedenen Eskimostamm. Dieser verehrte ein steinernes Götzenbild, das exakt dem aus den Sümpfen Louisianas entsprach. Prof. Webb nahm als anerkannter Experte am Treffen der Amerikanisch-Archäologischen Gesellschaft 1908 teil.

 

Joseph D. Galvez: Polizist. Unterstand → Inspektor Legrasse während der Razzia in den Sümpfen. Besaß ein bemerkenswertes Gehör und eine ausgeprägte Phantasie.

 

Dr. Tobey: Hausarzt der Familie Wilcox. Besaß eine Praxis in der Thayer Street, Providence. Behandelte den jungen Künstler während dessen Krankheit und informierte → Prof. Angell über deren Verlauf.

 

Ardois-Bonnot: Pariser Maler. Wie bei vielen sensiblen/kreativen Menschen überall auf der Welt, so wirkte sich das Auftauchen R´Lyehs auch auf Ardois-Bonnots Schaffenskraft aus. Das unter diesen Einfluss entstandene Bild "Traumlandschaft" erregte im Frühjahr 1926 in Paris einen beträchtlichen Skandal.

 

Castro: Mestize. Nahm an der grausamen Verehrung des Cthulhu in den Sümpfen Louisianas teil. Nach eigenen Angaben sprach er in jungen Jahren in Chinas Bergen mit den todlosen Führern des Kultes – eine Auszeichnung, die auf einen erhöhten Rang Castros in der Kulthierarchie schließen lässt.

 

Morrison: Reeder. Besitzer des Frachters Vigilant.

 

Collins: Kapitän der Emma. Fiel im Kampf gegen die Zeloten am Bord der Altert.

 

Green: Erster Maat der Emma. Fiel im Kampf gegen die Besatzung der Alert.

 

Rodriguez: Portugiese. Matrose auf der Emma. Entdeckte das gigantische Tor in die Tiefen R´Lyehs. Starb aus purer Angst beim Erscheinen Cthulhus.

 

Donovan: Matrose auf der Emma. Öffnete durch Zufall das von Rodriguez gefundene Tor. Fiel den wiedererwachten Cthulhu zum Opfer.

 

Hawkins: Matrose auf der Emma. Vernahm als Erster das Herannahen des Großen Alten aus den stygischen Tiefen seiner Gruft. Dieser Informationsvorsprung konnte aber nicht verhindern, daß er den erwachten Gott zum Opfer fiel.

 

Guerreva: Matrose auf der Emma. Fand auf R´Lyeh den Tod.

 

Parker: Matrose auf der Emma. Während der Flucht von R´Lyeh stolperte er und wurde von einem geometrisch unmöglichen Mauerwinkel verschluckt.

 

Angstrom: Matrose auf der Emma. Weiteres Opfer Cthulhus

 

William Briden: Matrose auf der Emma. Zwar gelang Briden zusammen mit → Johanson die Flucht aus der Albtraumstadt, doch verlor er später auf See den Verstand und verstarb bald darauf.

 

 

II: Historische Personen:

 

 

Jean Lafitte: Französischer Freibeuter. Wahrscheinlich 1780 bis 1826. Segelte gegen Spanien, England und die junge USA. Hauptstützpunkt war New Orleans.

 

René Robert Cavalier de La Salle: 1643 bis 1687. Reiste von Kanada aus nach Süden und erwarb für die französische Krone das Gebiet des späteren Louisiana.

 

Piere le Moyne d'Iberville: 1661 bis 1706. Gründete die französische Kolonie Louisiana.

 

James George Frazer: 1854 bis 1941. Schottischer Anthropologe. Verfasser des anthropologischen Standardwerkes "Der goldene Zweig".

 

Margaret Alice Murray: 1863 bis 1963. Britische Anthropologin und Ägyptologin. Verfasste "Hexenkult in Westeuropa" 1921 während einer Ausgrabung in Ägypten.

 

William Scott-Elliot: Geboren um 1860. Schrieb "Die Geschichte von Atlantis" (London, 1896) und "Das verlorene Lemuria" (London, 1904). Die Zusammenfassung "Atlantis und das verlorene Lemuria" erschein 1925.

 

Arthur Machen: 1863 bis 1947. Geboren als Arthur Llewelly Jones-Machen. Schriftsteller aus Wales. Erlangte Bekanntheit mit der 1894 erschienen Erzählung "Der große Gott Pan".

 

Algernon Henry Blackwood: 1869 bis 1951. Ab 1899 verfasste Blackwood zahlreiche Kurzgeschichten mit phantastischem / übernatürlichem Inhalt.

 

Sidney Herbert Sime: 1867 bis 1941. Englischer Zeichner und Künstler. Am bekanntesten sind heute seine Illustrationen der Werke Lord Dunsanys und Arthur Machens.

 

Anthony Angarola: 1893 bis 1929. Maler aus den USA. Illustrierte unter anderen das Buch "The kingdom of evil" von Ben Hecht.

 

Clark Ashton Smith: 1893 bis 1961. US-amerikanischer Bildhauer, Maler und Dichter.

Sein künstlerisches Schaffen lässt sich in drei Phasen einteilen:

Bis 1925: Gedichte.

Von 1925 bis 1935: Unheimliche Erzählungen.

Ab 1935: Bildhauerei.

 

 

III: Mythologische Figuren:

 

 

Odysseus: Held der griechischen Mythologie, Hauptfigur der "Odyssee".

 

Polyphemos: Zyklop. Sohn des Meeresgottes Poseidon und der Nymphe Thoosa.

 

Tornasuk: In der Mythologie der Inuit der Gott der Unterwelt und Oberster der Schutzgötter.

 

 

 

Abschließend eine kleine nautische Hilfestellung für all die, die wissen wollen, wo und wann in dieser Geschichte ein Schiff auf das andere traf, wo es herkam und wo es hinwollte:

 

 

Die Emma: Frachter. Legte am 20.02.1925 in Auckland, Neuseeland, ab. Zielhafen: Callao, Peru. Die Emma geriet am 01.03.1925 in einen Sturm und trieb nach Süden ab. Bei 49° 51’ südlicher Breite und 128° 34’ westlicher Länge traf sie am 22.03 des Jahres auf die Alert. Die Emma sank nach einem Gefecht mit der Besatzung der Alert.

 

Die Alert: Dampfjacht. Legte am 01.03.1925 in Dunedin, Neuseeland, ab. Zielhafen: R´Lyeh. Nach Gefecht mit der Emma von deren Besatzung geentert, erreichte die Alert am 23.03.1925 bei 47°9’ südlicher Breite und 123° 42’ westlicher Länge R´Lyeh.

 

Die Vigilant: Frachter. Legte am 25.03.1925 in Valparaiso, Chile, ab. Zielhaften: Darling, Australien. Einlauf in Darling am 18.04.1925. Sichtete am 12.04. bei 34° 21’ südlicher Breite und 152° 12’ die beschädigte Alert und nahm diese in Schlepp.